Heute ein historisches Industrieareal, war hier einst fruchtbares Bauernland für Wiesen, Ackerbau, Obstbäume und Gemüsegärten. Bis ein junger Bauer Stehli eines Tages auf die Idee kam – es war das Jahr 1836, gar nicht so lange nach der französischen Revolution – eine kleine Weberei zu bauen.
Mit dieser zündenden Idee hatte er solchen Erfolg, dass ein Gebäude um das andere nötig wurde. Stehli Seide wurde weltberühmt, Hunderte von Menschen arbeiteten auf dem Areal. Ende der 1990er-Jahre verschwand auch die allerletzte Webmaschine wieder und machte Platz für Neues. Die Gebäude blieben und prägen bis heute den besonderen Charakter des Areals.
Dieser Boden hier ist gut.
Seit dieser Zeit betreut Barbara Stehli-Zollikofer das ehemalige Fabrikgelände. Mit dem Umbau des Langhauses 2014 führte sie das Erbe ihres Ururschwiegervaters weiter – mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen, der Menschen langfristig Raum zum Wohnen, Arbeiten und Wirken bietet. „Dieser Boden ist gut“, sagt sie. „Wenn es den Häusern gut geht, haben auch die Menschen eine Basis, damit es ihnen gut gehen kann.“
Bis heute ein Familienunternehmen
Die Verbindung der Familie zum Areal setzt sich auch in der sechsten Generation fort. David Stehli wirkt im Verwaltungsrat mit, Bettina Stehli kümmert sich um das Gedächtnis von Stehli Seiden: Im Kesselhaus findet sich heute die grösste private Sammlung zur Geschichte der Seidenindustrie im Kanton Zürich. 200 Jahre Geschichte der Schweiz im Mikrokosmos der Obfelder Fabrik.
